20.06.2022

König Michael hatte es nicht weit

Bestes Schützenfestwetter hatten König Michael Paschen, Königin Gudrun, Schützen und Besucher am Wochenende. Foto: Norbert Prümen

Clörath  Am Samstag kamen die Schützen der St.-Johannes-Bruderschaft ganz schön ins Schwitzen. Das Schützenfest klingt am Montagabend aus, wenn ein neuer König ermittelt worden ist.

Von Rudolf Barnholt
Ein Zelt, ein Imbisswagen und ein Toilettenwagen, das reicht in Clörath-Vennheide, um ausgelassen Schützenfest zu feiern. Und Schützenkönig Michael Paschen wohnt noch nicht einmal einen Steinwurf vom Festplatz entfernt. Der leidenschaftliche Hobby-Imker hat eine riesige Wabe auf seinem Grundstück stehen. Drei flotte Bienen – Ehefrau und Königin Gudrun sowie die beiden Töchter Johanna und Karla als Hofdamen – schwirren um ihn herum. So macht die Regentschaft Spaß.

Mike Kunze ist Mitglied der St.-Johannes-Schützengesellschaft 1662 Clörath-Vennheide. Er zeichnete in seiner Funktion als Bezirksbundesmeister verdiente Schützen aus. Klaus-Dieter Will und Christian Maritzen wurde der Hohen Bruderschaftsorden verliehen, der langjährige Schießmeister Markus Berger bekam das St.-Sebastianus-Ehrenkreuz, ebenso wie Präsident Marcus Herold.

Im Laufe des Samstags waren die Schützen ganz schön ins Schwitzen geraten: Zug zum Ehrenmal, dann über die Felder zum Festgottesdienst in der Anrather Pfarrkirche und zurück zum Zelt – Mike Kunze hatte abends rund 17 700 Schritte mehr auf seinem Schrittzähler. Zum Glück hatte der Regimentsspieß Daniel Ricken den Schützen Marscherleichterung gewährt. Schützenkönig „Michel“ Paschmann, 54 Jahre alt und von Beruf Polizeibeamter, war glücklich: „Meine Frau und meine Gruppe, die Bürgerwehr Clörath-Vennheide, haben das von Anfang an mitgetragen.“

Er konnte nun erleben, dass alles rund lief. Das ging schon am Donnerstag mit dem Kinder-, Schüler- und Jugendprinzen-Schießen los. Lotta Pauleßen ist die neue Kinderprinzessin, der Schülerprinz heißt Matheus Cremers, Philipp Köttelwesch ist Jugendprinz. Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Schützen im Vergleich zu der Zeit vor Corona leicht zugenommen hat. So sind „Die frechen Mädchen“ in ihren Reiteruniformen auf 13 Mitglieder angewachsen. Am Samstag gaben sie im Festzelt eine kleine Showeinlage. Am Sonntag waren die beiden Paraden die Höhepunkte des Tages – erstaunlich, wie groß und bunt der Zug in der kleinen Honschaft ist. 

Melanie Altmayer, für die Pressearbeit zuständig und mit dem silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet, geht davon aus, dass weiter fröhlich gefeiert werden kann. Am Montagnachmittag beginnt gegen 17 Uhr das Königsvogelschießen: „Ich habe gehört, dass es mehr als eine Bewerberin beziehungsweise einen Bewerber gibt“, verriet sie. Das Fest klingt am Montag mit der Königskrönung gegen 20.30 Uhr aus. Auf dem Festplatz findet am Samstag um 20 Uhr die traditionelle Hexenverbrennung unter Aufsicht der Feuerwehr statt. Der Losverkauf ist ebenfalls Tradition. Das Los kostet diesmal einen Euro statt 50 Cent. Der Grund: Die Hälfte des Erlöses soll Flüchtlingen aus der Ukraine zugute kommen.

Quelle: WZ-Online vom 20.06.2022

12.06.2022

Der Bienenmichel regiert

Vom 16. bis 20. Juni wird in Clörath-Vennheide Schützenfest gefeiert. Ein buntes Programm gibt es an allen Tagen. (mk)

Foto: Jan Kirchner

Bienenmichel, so nennt sich Michael Paschen, wenn er der Imkerei in seinem Garten ganz nahe am Festplatz der St. Johannes- Schützengesellschaft von 1662 frönt. Aktuell ist der 54-jährige Polizeibeamte aber von allem König der Bruderschaft und regiert mit seiner Gundi die rund 350 Mitglieder mit milder Hand. Zu den Schützen ist der König erst 2011 als Spätberufener gekommen, hat hier aber schnell eine Heimat in der Bürgerwehr gefunden und wurde 2017 sogar zum Vizepräsidenten gewählt und hat den Posten vier Jahre lang wahrgenommen. Auch Königin Gundi ist seit zehn Jahren Mitglied der Schützengesellschaft und als examinierte Krankenschwester immer auf das Wohl ihrer Lieben bedacht. Nachdem nun die beiden Töchter erwachsen und aus dem Haus sind, möchte das Königspaar das Leben noch einmal so richtig genießen. Die durch Corona unerwartet lange Regentschaft ist dabei erst der Auftakt. Danach geht es mit dem Wohnwagen in die Ferne und auch Bergsport jeder Art soll in Zukunft noch häufiger betrieben werden.

Minister Rüdiger Jager stammt aus Schaffhausen an der Saar. Der Job verschlug den 55-jährigen Ma- schinenbautechniker dann ins Rheinland, wo er mit einem Willicher Mädel sein Glück gefunden hat und seither steht die Medizini- sche Fachangestellte Anja verlässlich an seiner Seite. In einem anderen Leben haben die beiden schon zweimal als Ministerpaar das Leben im Königshaus kennengelernt, bevor es sie 2018 in die Reihen der Bürgerwehr verschlagen hat. Hier nämlich traf Jager auf das Nachbarskind aus Kindertagen – seinen Kabi- nettskollegen Klaus-Dieter Altmayer.

Der 60 Jahre alte Technische Angestellte Klaus-Dieter Altmayer ist allerdings schon seit 2004 in die Bürgerwehr eingetreten, nachdem er sein Einfamilienhaus mitten in der Honschaft gebaut hat. Hier hat sich auch Frau Walburga bald heimisch gefühlt und der Partykeller der beiden wüsste manche Geschichte zu berichten. Früher tobten hier auch drei Töchter durchs Haus, was demnächst dem ersten Enkelkind vorbehalten bleiben wird. Während Walburga sich vor allem um das Wohl der Familie kümmert, engagiert sich der Minister auf Vereins- und Bezirksebene so vorbildlich, dass er mittlerweile mit dem Vereinsorden in Silber und dem Hohen Bruderschaftsorden des Bundes dekoriert wurde. 2016/17 trug das herzliche Paar sogar selbst die Schützenkrone.


Königsoffizier Uli Maritzen ist der Einzige im Königshaus, dessen Elternhaus in Clörath-Vennheide steht. Heute lebt der 50-jährige Büroangestellte hier mit seiner Frau Tina. Das Paar erfreut sich an zwei Kin- dern und immerhin schon vier Enkeln. Während die examinierte Altenpflegerin sich mit Tennis und Hand- arbeit fit hält, engagiert sich der Königsoffizier als Gruppenführer und Zugspieß der Bürgerwehr, weshalb er bereits mit dem Vereinsorden in Bronze und den Silbernen Verdienstkreuz des Bundes dekoriert wurde.

Schützenfest ganz familiär

Clörath-Vennheide (mk).

Lange haben Michael Paschen und sein Königshaus gewartet, jetzt rennt die Zeit, bevor am Donnerstag das Schützenfest in Clörath und auf der Vennheide gefeiert werden kann. Den Auftakt machen auch in diesem Jahr die Nachwuchs- schützen. Auf der Schießan- lage Meier werden zunächst in zivilem Rahmen die Prinzen der Bruderschaft ermittelt. Schüler und Jugend versuchen sich an Armbrust und Gewehr, um auszuschießen, wer das begehrte Silber tragen und eine prunkvoll geschmückte Burg sein eigen nennen darf. Rund um die Wettkämpfe trifft sich die Schützenfamilie in aller Gemächlichkeit, um sich auf die bevorstehenden Festtage einzustimmen.

Nachdem am Freitag die letzten Wimpel und Fähnlein gesetzt wurden, wird um 20.00 Uhr die Zeltmaie vom Königshaus am Festplatz aufgerichtet. Das ist zugleich der Startschuss für die erste Zeltveranstaltung. Unter dem bewährten Motto „Clörath brennt“ heizt DJ Yeti den Feiernden mächtig ein. Am Samstag treffen sich die

Schützen auf dem Hof der Familie Thees, wo nach einer kurzen Stärkung die Schützen- gesellschaft antritt und König Michael Paschen mit seinem Gefolge zum Präsentiermarsch die Front abschreiten darf. Anschließend ziehen die Uniformierten zum Missions- kreuz, wo um 15.30 Uhr im Gedenken an die Verstorbenen ein Kranz niedergelegt wird. Auf den langen Marsch durch die Felder, gelangt der Zug an der Pfarrkirche St. Johannes im nahen Anrath an, wo um 17 Uhr die Festmesse zeleb- riert wird. Von dort aus zieht es die Clörath-Vennheider wieder in ihren Beritt zurück, denn ab 19.30 Uhr beginnt der Tanzabend mit der Band „Teamwork“.

Frisch ausgeruht treffen sich die Schützen am Sonntag an der Königsburg, um mit den Gastvereinen zur großen Parade auf der Vennheide aufzuziehen. Um 9.30 Uhr wird das Regiment dort erwartet. Im Anschluss verspricht der musikalische Frühschoppen ab 11 Uhr Erholung im Zelt. Erst am Abend ziehen die Schützen erneut zur Parade auf der Vennheide auf.

Die Zaungäste dürfen sich diesmal nicht nur über den zackigen Paradeschritt freuen, sondern auch auf den Großen Zapfenstreich zu Ehren der Majestäten auf der Tribüne. Von dort lockt der Königsgalaball dann wieder ins Zelt. Zur Unterhaltung spielt diesmal die Gruppe „Klangstadt“ auf. Den Festausklang markiert der Montagnachmittag. Vom Bökel – die Schützen berücksichtigen traditionell alle Ortsteile ihrer Honschaft – zieht das Schützenregiment dann über die Gisgesheide und die Vennheide zur Schießanlage Meier auf Clörath.

Hier sorgt Regimentsspieß Daniel Ricken beim Appell um 16.30 Uhr zuerst einmal für Ordnung, bevor anschließend mit großer Spannung die Bewerber um die Schützenkrone und das historische Königs- silber für das kommende Jahr an der Schießrute erwartet werden.

Der erfolgreiche Schütze wird dann gegen 20.30 Uhr feierlich gekrönt und darf mit seinem Schützenvolk noch bis tief in die Nacht feiern.

Quelle: Extra-Tip Willich vom 12.06.2022